Freiwilligenblog

Donnerstag und Sonntag

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 09 Dezember 2011 Veröffentlicht am Montag, 24 Oktober 2011 Geschrieben von Rahel Escher

So. Am letzten Donnerstag war die Eröffnung des Nähzimmers in Kojori. Wir haben noch die Woche davor dafür gearbeitet, dass das Zimmer noch ganz nett aussieht. Salome und Linda haben noch mal den Teppich ein wenig zugeschnitten und ich hab mit Edding an die Wände gemalt. Das Ergebnis kann man in meinem Fotoalbum schon sehen. :)

Das ganze anstrenge war dann aber das ganze Zeug hoch zu tragen. Bei der relativ massiven Nähmaschine hat uns noch ein ältlicher Mann geholfen. Die Hocker und das ganze Nähzeug konnten ja auch die Kinder mit hoch nehmen. Da sie sowieso sonst zugeguckt hätten, haben sie das auch gemacht. Das schwierigste war dann aber der sehr breite Tisch. Der Treppenaufgang ist weit für Kinder aber für einen 2x2m Tisch doch eher schmal (Maße sind nicht genau, sondern übertrieben :P)

 

Wir hatten mehr Gäste erwartet, aber die Kinder hatten sich auch so gefreut, dieses Nähzimmer endlich mal angucken zu können. Limonade und Waffeln. An dem Tag hab ich auch Kinder im Kreis rumgewirbelt. Also so dass die Füße in der Luft waren. Oh man, ich denke, ich brauche keine Krafttraining mehr, wenn ich das jeden Tag mach xD. Da wollen auch die größeren Kinder mitmachen, und das ist dann schon schwer. Besonders, wenn man auch noch aufpassen muss, dass niemand im Weg ist, den man umchecken könnte. Dx Aber den Kindern hats Spaß gemacht, also hats sichs gelohnt. C:

 

 

Da, in diesem Raum hab ich die Kinder rumgschleudert xD.

 

 

Gestern waren wir wieder Kojori. Eigentlich wollten wir so um 2 losfahren, aber der Bus kam nicht. Bzw. er kam erst in 99min. Das kann hier auch mal vorkommen, dass ein Bus, der eigentlich immer zur vollen Stunde kommt, mal einfach *nicht* kommt. Wir haben dann einen anderen genommen, dessen Strecke größtenteils  mit unserer 10 (unsere Linie) übereinstimmt. Dann sind wir gelaufen. Es wären noch 4km bis Kojori gewesen, aber nach der Hälfte kam dann doch endlich ein Bus, der auch für uns angehalten hat. In der Stadt ist das nicht möglich, aber hier gibts fast keine Bushaltestellen mehr, da hört der Busfahrer noch auf "Gadjere" (anhalten).  Und auf das Winken, mit dem man bedeutet, dass man mitfahren will.

Da wir dann doch relativ spät da waren, statt 3 Uhr eben 4 Uhr, haben wir einfach ganz normale Sachen wie immer gemacht. Awto, der mitkommt, wann immer es die Universität es zulässt, hat mit den Jungs draußen Fußball gespielt. Ich finds schon beachtlich, denn es war schon ziemlich kalt um die Uhrzeit. (1400m machen sich bemerkbar) Und Salome, Linda und ich haben mit den Kindern im Spielzimmer gespielt.

Zwischendurch war ich alleine mit den ganzen Kiddies, das war ... neu für mich. Ich bin selbst erstaunt, aber ich fand es nicht anstrengend, wahrscheinlich habe ich mich schon an das ganze Geschrei gewöhnt. Nur musste ich leider einen Jungen raus schicken, der nur Ärger gemacht hatte. Beziehungsweise ist er von selber abgehauen, als ich auf ihn zugekommen bin. Ich hab nix persönlich gegen die Kinder, ich mag sie alle, aber raus schicken kann ich jetzt scheinbar schon, und muss es wohl auch.

Am Abend hatte sich das Busdilemma aber noch ausgeweitet, denn der nächste Bus nach Tiflis kam in einer dreiviertelstunde. Und es war war wirklich a*****kalt. Also sind wir ein bisschen weiter gegangen.

 

An der letzten Bushaltestelle in Kojori mussten wir dann aber doch halt machen, denn danach gab es keine Straßenbeleuchtung mehr. Und hier gibt es immer noch wilde Tiere. Vielleicht nicht gerade Bären, aber Hunde auf jeden Fall. Aber es war so kalt. Der erste Bus wollte gar nicht erst anhalten, weil er schon zu voll war. Die Georgierin, die auch auf den Bus gewartet hatte, fand das wohl überhaupt nicht gut. Auf jeden Fall hat sie rumgeschimpft. Und das können Georgier(innen) schon ganz kräftig. Es klingt für mich ja schon wie ein Streit, wenn 2 Frauen miteinander reden, oder allgemein 2 Georgier miteinander reden, weil sie auch mal schnell lauter werden.

 

 

Auf jeden Fall kam erst nach einer Stunde (gefühlte 5), ein Bus. Wir waren an diesem Punkt schon bereit gewesen, ein Taxi zu rufen, nachdem unsere einzigen Kontakte, die uns per Auto hätten abholen können, nicht kommen konnten. Der Bus war gar nicht überfüllt (es standen nur 2 Leute), wir konnten ohne Probleme rein. Und es war nicht mehr so schweinekalt. Ja. (Nur hatten "zuhause" leider die meisten Geschäfte jetzt schon zu (21 Uhr)).

Ich entwickle bei sowas schon eher Dankbarkeitsgefühle als dass ich das blöde georgische System von Buslinien verfluche.

Das wars erstmal von mir. Hoffe es ist nicht zu durcheinander und verwirrend geschrieben, und ihr könnt einigermaßen verstehen, was ich da überhaupt beschreibe.

Die Wohnung

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 09 Dezember 2011 Veröffentlicht am Freitag, 09 Dezember 2011 Geschrieben von Rahel Escher

Gut da sind wir also in der neuen Wohnung angekommen.

Nach der vorherigen, westeuropäisch eingerichteten Wohnung ist das hier schon ein kleiner Schock. Vielleicht auch weil weder Bettzeug und Besteck da waren. Außerdem wirkte die Küche nicht so sauber.

Aber abgesehen davon ist es hier nicht schlecht. Man muss sich darauf einstellen. Ich versuche mal, diese Wohnung zu beschreiben. Ich hoffe es klingt nicht zu ironisch. Aber ich muss den heutigen Tag beschreiben.

Die Wände sind mit etwas sehr gewöhnungsbedürftigen Tapeten bekleistert. Dafür wurde der schon ausgetretene Boden mit ... naja, sehr typisch gemusterten Teppichen bedeckt. Linda wird sie wohl bis auf einen rausschmeißen. Naja, Farblich ansprechend sind sie ja wirklich nicht. eben schon sowjetisch braun. Genauso wie Wände.

Die Küche hat eine Einrichtung, die mich dann doch an zu Hause erinnert. An das alte Haus meines Vaters nämlich, die dem hier außer der Farbe zum Verwechseln ähnlich sehen

Was man erst für ernst nimmt, wenn es einem passiert

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29 September 2011 Veröffentlicht am Donnerstag, 29 September 2011 Geschrieben von Rahel Escher

Es ist für mich selbst kaum zu glauben.

 

Vorhin erst hab ich Bekanntschaft gemacht mit der wirklich, wirklich legendären Gastfreundschaft Georgiens.

 

Ich gehe aus dem Haus, auf einmal spricht mich ein eher ärmlich gekleideter (blauer alter Pulli ;) ) älterer Mann an (wenn jemand ärmlich gekleidet ist, dann heißt das in Geogien wirklich etwas, aussehen ist hier sehr wichtig).

Auf jeden Fall redet er mich auf Georgisch voll. Ich kann nicht mal etwas, was man Brocken nennen kann, und sag ab und zu "ara" (nein) oder "ki" (ein ja von dreien). Ich verstehe etwa "Inglisi" (englisch), "cho(?)" (auch ja), chatschapuri und "germaneli?" (deutsch?). Und immer wieder "halleluja, mama maria". Bekomme ein 3 Gebetskerzen in die Hand gedrückt. Da eine Kirche in der Nähe ist, denke ich mal, dass ich dorthin beten gehen soll. Aber auch die bekreuzigungsgeste macht es eindeutig. Ich merke, dass er mir ein Chatschapuri kaufen will. Eigentlich will ich ja nicht, aber meine Sprachkenntnisse reichen überhaupt nicht aus, um zu sagen, dass ja eigentlich ich ihm ein Essen ausgeben sollte. Auch etwas zu trinken kauft er mir noch. Mit ein paar "ara"s versuche ich das schlimmste abzuwenden. (Später bekomme ich gleich noch eine Tüte Bonbons in die Hand gedrückt.)

Ich gehe ein paar Meter mit ihm, er gibt mir zu verstehen dass ich meine Chatschapuri essen soll, das sich inzwischen schon warm in meiner Hand befindet. Er redet immer ein paar Bröckchen englisch und sehr viel Georgisch. Wahrscheinlich lebe ich jetzt bei meiner Mama und meinem Papa, aber nicht im Hotel. Studiere Englisch, bin aus Berlin. Und sollte bald mal beten gehen. Orthodox natürlich.

Ich hab mir vorgenommen, mit den drei geschenkten Kerzen für diesen Mann zu beten und danke sagen.

Beim nächsten Mal will ich euch eigentlich noch ein paar Sachen von dem erzählen, was ich bisher eig gemacht habe.

Liebe Grüße

Rahel

Copyright © 2012 FIB-net. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU-Lizenz veröffentlichte Software.
Joomla 1.6 Templates designed by Joomla Hosting Reviews