Mikhail Guskov besucht den deutschen CVJM
„Der deutsche CVJM ist eine fantastische Organisation der Jugendarbeit – Er vereint Tradition und moderne Ansätze“, lautet das Urteil von Mikhail Guskov nach seiner Deutschlandreise.
Dr. Mikhail Guskov ist Sekretär des europäischen CVJM (YMCA Europe), als welcher er die jungen YMCAs in Russland, Weißrussland, Ukraine und Moldawien schult, berät und begleitet.
"The Dew"-Project
Zwei Wochen dauerte dieses Mal der Aufenthalt des sympathischen Russen aus Moskau bei FIB e.V..
Zum Anlass seiner Reise sagt Guskov: „Mein Hauptziel war das “Dew”-Projekt bekannt zu machen. Leute und Organisationen zu finden, die den russischen YMCA unterstützen wollen neue Programme und Aktivitäten zu entwickeln: christliche Jugendarbeit durch das Ausbilden von gut geschulten Leitern, die ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben können.“
Beim Projekt “The Dew” (Der Tau) handelt es sich um ein „Projekt im Projekt“.
Schon vor einiger Zeit hat der russische YMCA beschlossen ein Freizeit- und Schulungszentrum zu bauen und daraufhin ein wundervoll an der Wolga gelegenes Stück Land gekauft. “The Dew” soll konkret ein Raum in diesem Zentrum sein, der speziell für die christliche Bildung ausgestattet und eingerichtet wird.
Im russischen Kontext mit sowjetischer Vergangenheit, in welcher der YMCA sogar verboten war, wird der Aufbau von Jugendarbeit und die Weitergabe von christlichen Werten immer wichtiger. Das „C“ muss gestärkt werden, so würde man es im CVJM-Jargon ausdrücken.
Leiter gesucht
Selbst die orthodoxe Kirche, deren Strukturen nicht gerade den Ruf haben besonders flexibel zu sein, reagiert auf die Bedürfnisse. Wenige Tage vor Guskovs Ankunft in Deutschland wurde ein Papier des Patriarchen (Kopf der russisch orthodoxen Kirche) veröffentlicht, in welchem er anregt, dass jede Gemeinde jemand für die Jugend- und die Soziale Arbeit einstellen soll.
Eine Stelle für einen CVJMer denkt sich vielleicht der ein oder andere. So auch der russische YMCA.
Vielleicht ist diese Einsicht, die Mikhail Guskov als „Revolution“ bezeichnet, die Chance YMCA und Kirche näher zusammen zu bringen.
Doch nichtsdestotrotz fehlt es an ausgebildeten christlichen Leitern und überhaupt, wie könnte so ein Schulungszentrum, von architektonischen Gesichtspunkten abgesehen, aussehen und funktionieren. Diese Fragen hatte Mikhail Guskov unteranderem mitgebracht und FIB e.V. versuchte gemeinsam mit ihm und vielen anderen netten und erfahrenen Menschen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.
Neue Eindrücke und interessante Begegnungen
Die Reise führte auf dem Weg zur Tagung „weltweit leben teilen“ der CVJM AG,
wo Guskov einen Workshop hielt, auch nach Kassel. Dort wurde bei einem Treffen in der CVJM Hochschule unter anderem über Möglichkeiten des Austauschs und der Zusammenarbeit nachgedacht.
Themen wie „Leiterschaftsschulung“ und „Materialien“ beschäftigten später bei Begegnungen im EJW in Stuttgart, im Haus der Missionsgesellschaft „Licht im Osten“ und mit dem ehemaligen Pastor der evangelisch-lutherischen Kirche in Sibirien.
Bei einem leckeren Frühstück bei Günther und Ulla Schaible (Gründer des Wörnsberger Anker) und einem Besuch im „Lebenshaus Schloss Unteröwisheim“ des CVJM Baden stand dann die Vision eines YMCA-Zentrums im Mittelpunkt.
Durch seine freundliche, begeisternde Art war Mikhail Guskov in den zwei Wochen in Deutschland sicher ein gern gesehener Gast und viele Eindrücke, konkretere Ideen und eine weiterentwickelte Vision flogen mit zurück nach Russland.
YMCA Network - Y NoT
Und fragt man Guskov nun nach den nächsten Schritten wird man ungefähr so etwas zu hören bekommen: „Alles in allem liegt viel harte Arbeit vor dem russischen YMCA. Wir müssen unseren eigenen Weg und eigene Methoden schaffen christliche Jugendarbeit zu gestalten, um die christliche Mission in den YMCA zurück zu bringen. Wir müssen ein Netzwerk von YMCA Leitern (YMCA Network of Trainers/ Y NoT) entwickeln.“
Doch wie die Reise des charismatischen CVJM-Sekretär gezeigt hat, Begegnung und Austausch zu einem konkreten Ziel ist hilfreich und fruchtbar. Und das Anteilnehmen an den Visionen anderer, das Teilen von Erfahrungen bringt weiter und vergrößert den Horizont.
Warum nicht Vernetzen? Y NoT – Why not?
Wer sich vernetzen, mehr über das Projekt in Russland wissen oder in diesem Bereich konkret mitarbeiten will oder einfach nur gute Ideen hat.
Wir freuen uns über jede Rückmeldung!